Radfahren bei Ausflügen

Vor dem Start einer gemeinsamen Radtour sollten mit allen Teilnehmern Verhaltensregeln besprochen und verbindlich vereinbart werden. Ebenso wird das Fahren in der Gruppe idealerweise im Schonraum auf dem Schulhof oder anderen geeigneten Flächen mit den Schülerinnen und Schülern geübt.

Die Zeichensprache ermöglicht es, sich innerhalb der Gruppe verständlich auf Gefahrensituationen hinzuweisen. So können sich alle nachfolgenden Gruppenmitglieder rechtzeitig auf eine Gefahrenstelle einstellen. Bei Gruppen mit vielen Teilnehmern ist es unbedingt sicherzustellen, dass jedes Gruppenmitglied das Handzeichen des Vorgängers wiederholt und somit nach hinten in der Gruppe weitergibt. Alle Zeichen und Hinweise müssen von der Lehrkraft an der Spitze der Klasse rechtzeitig und mit viel Vorlauf gegeben werden, damit die Kinder die Information verarbeiten und weitergeben können. 

  1. Mit dem Zeigefinger nach unten deuten heißt: Achtung! Loch oder Hindernis auf dem Boden.
  2. Mit der Hand zur Seite deuten und winken heißt: Achtung! Seitliches Hindernis (z.B. offene Autotür).
  3. Hand hochhalten bedeutet: Stopp!
  4. Hand hochhalten und Stopp rufen bedeutet: Besondere Gefahr! Sofort stoppen!

Insbesondere die folgenden Regeln helfen, eine mögliche unkontrollierte Gruppenreaktion zu steuern. Es sollte gelten:

  1. Kein Wettrennen im Straßenverkehr!
  2. Kein Überholen im Straßenverkehr innerhalb der Gruppe!
  3. Kein zu dichtes Auffahren auf Vorderfrau oder -mann!
  4. Immer rechts fahren!
  5. Keine plötzlichen Brems- oder Lenkmanöver!

Die Umsetzung dieser Regeln kann dadurch unterstützt werden, dass die Teilnehmer die Strecke in einer festgelegten Reihenfolge zurücklegen:

  1. An der Spitze fährt die Lehrperson, denn sie kennt die Route, die Verkehrsregeln und -gefahren. Dahinter fahren alle anderen Teilnehmer in einer so genannten Einerreihe, d.h. Teilnehmer hinter Teilnehmer.
  2. Den Abschluss der Gruppe bildet eine Lehrkraft oder begleitende Eltern oder auch ein von der Lehrkraft ausgesuchter Schüler. Dieser sollte als zuverlässig gelten und am besten eine Warnweste tragen.
  3. Weitere Eltern oder Lehrkräfte bewegen sich in der Reihe oder Gruppe und kümmern sich um Probleme.

Bei allen Radgruppen nicht nur im Schulalltag hat sich der "letzte Mann" bewährt. Dieser wird von der leitenden Lehrkraft bestimmt und kann ein Kollege/Kollegin, Elternteil oder ausnahmsweise auch Schüler/Schülerin sein. Der "letzte Mann" sollte eine Warnweste tragen oder auffällig gekleidet sein. Ist der "letzte Mann" in Sichtweite, weiß die vorne fahrende Gruppenleitung, dass alle Schüler auf dem Rad fahren. Fehlt der "letzte Mann", gibt es ein Problem und die Gruppe sollte angehalten werden, um zu prüfen, was passiert ist. Der "letzte Mann" sollte idealerweise in der Lage sein, einfache Reparaturen (Kette ab) durchzuführen und ein Kind ggf. auch zu schieben.

Verhaltensunsicherheiten im Straßenverkehr wird dadurch vorgebeugt, indem das Verhalten in besonderen Verkehrssituationen besprochen wird:

1. Für das Überqueren von Straßen gilt!

Mit zwei oder mehreren Lehrern:
Ein Lehrer sperrt die Straße ab, indem er sich mit seinem Fahrrad auf die Fahrbahn stellt. Ein weiterer Lehrer startet und die Gruppe folgt ihm. Bei Ampelanlagen gilt, dass die Gruppe bei Grün mit dem Queren beginnt und es solange fortsetzt, bis der letzte Teilnehmer auf der anderen Straßenseite angekommen ist, selbst wenn die Ampel bereits wieder Rot zeigt. Das ist bei Gruppengrößen über 15 Schüler durch die StvO legitimiert, macht aber nur bei ruhendem Verkehr im Kreuzungsbereich und einer zweiten Lehrkraft Sinn.

Mit einem Lehrer:
Bei nur einer Lehrkraft ist bei einer ungeübten Gruppe eine Überquerung der Kreuzung zu Fuß, das Rad schiebend zu empfehlen.

Grundsätzlich gilt:
An roten Ampeln oder anderen Überquerungen sollte sich die Gruppe etwas "breiter" aufstellen, d.h. nicht in Einerreihe hintereinander, sondern je nach Platz mehrere Schüler nebeneinander, damit sie gleichzeitig anfahren können und die Gruppe auf diese Weise schnell die Straße überqueren kann. Nach der Überquerung sollte dann wieder zügig die vorherige Formation d.h. in der Reihe hintereinander, eingenommen werden.

2. Stürzt ein Schüler, verletzt sich oder hat sein Fahrrad einen Defekt:

Die Gruppe wartet hintereinander am Straßenrand. Für den Fall, dass es länger dauert, stellen sich die Teilnehmer ggf. auf den Bürgersteig oder warten in einer Seitenstraße.

News

Das Projekt "Radfahren in der Grundschule" hat beim Deutschen Fahrradpreis 2016 in der Kategorie Service den 2. Platz gewonnen. Die Preisverleihung fand am 25.02.2016 in Essen statt. Weitere Informationen zum Fahrradpreis finden Sie hier.

Termine

Fortbildung "Radfahren in der Grundschule" - Nächste Termine:

16.10.2017: Neuenkirchen

(Zur Anmeldung)